Die Kantorin Beate Rux-Voss

lernte schon früh verschiedene Instrumente. Sie studierte Kirchenmusik an der Musikhochschule Lübeck bei Prof. Martin Haselböck, anschließend Orgel an der Musikhochschule Saarbrücken bei Prof. Daniel Roth und Cembalo bei Gerald Hambitzer. Im Jahr 1993 legte sie die Konzertreifeprüfung (Orgel) mit Auszeichnung ab. Nach einem weiteren Studium im Studiengang „Historische Tasteninstrumente“ an der Musikhochschule Stuttgart (Prof. Jon Laukvik) setzte sie das Kirchenmusikstudium an der Hochschule in Esslingen fort, welches sie 1996 mit dem A-Examen abschloss.

Bereits im Studium wirkte sie an mehreren Konzerten und CD-Produktionen der Wiener Akademie (Martin Haselböck) als Continuospielerin mit. Beim internationalen Orgelwettbewerb in Lahti/Finnland war sie 1989 vierte Preisträgerin; beim internationalen Georg-Böhm-Wettbewerb in Lüneburg 1990 erste Preisträgerin. Konzertreisen führten sie u. a. durch ganz Deutschland und mehrere osteuropäische Länder sowie nach Wien, Paris und Kopenhagen.

Nach dreijähriger Tätigkeit als Organistin an der Friedenskirche in Ludwigsburg hatte sie von 1996 bis 2015 die A-Stelle an der Ev. Pauluskirche in Bad Kreuznach inne. Sie leitete die Kantorei an der Pauluskirche, das Vokalensemble und die Amadeus-Singschule. Im Jahr 2000 wurde ihr für ihr vielseitiges Wirken der Kulturpreis der Stadt Bad Kreuznach verliehen. Im Jahr 2011 führte sie an drei Tagen auf vier Orgeln das gesamte Orgelwerk von J. S. Bach auf. In den Jahren 2013/2014 wiederholte sie die Aufführung des gesamten Orgelwerks von J. S. Bach als Zyklus.

Im Februar 2015 übernahm sie die A-Stelle an der Johanneskirche in Heidelberg-Neuenheim und leitet neben dem Figuralchor Heidelberg auch die Camerata Vocale Heidelberg, die Kantorei sowie verschiedene Kinder- und Jugendchorgruppen. 2016 unterrichtete sie historische Aufführungspraxis für Sänger an der Musikhochschule Mannheim. Die Erstaufführung in der Metropolregion Rhein-Neckar des Requiems von Carl Rütti war ein Höhepunkt im Jahr 2016. Im Telemann-Jahr 2017 widmete sie dem großen Komponisten eine Reihe mit Vorträgen, Konzerten, Kantatengottesdiensten und Oper. Dabei musizierte der Chor gemeinsam mit der „Capella Johanni“, einem professionellen Instrumentalensemble mit Barockinstrumenten.

Die historisch informierte Aufführungspraxis, gute Intonation und Arbeit am Chorklang sowie Artikulation und das affektvolle Musizieren sind ein Merkmal ihrer Arbeit. Ihr ist es auch ein Anliegen, wenig bekannte Werke aufzuführen.